Mit Herz und Struktur: So bringt Patrick K. Bewegung in die Vereinsarbeit
2. Februar 2026
Patrick ist seit vielen Jahren ein engagiertes und vielseitig aktives Mitglied im Verein. Seit 2022 bringt er sich im Vorstand als Verantwortlicher für den sportlichen Bereich ein und ist gleichzeitig als Jugendtrainer tätig. Dabei begleitete er über mehrere Jahre eine Mannschaft von der F- bis zur D-Jugend und trainiert aktuell wieder die F-Jugend. Auch privat ist er eng mit dem Verein verbunden, da seine Kinder selbst aktiv Fußball spielen, während er zusätzlich wieder als Spieler der zweiten Mannschaft auf dem Platz steht. Dabei zeichnet sich Patrick neben dem Platz durch zielorientiertes Denken, den Wunsch nach strukturierten Abläufen sowie einen starken Gemeinschaftssinn aus. Als Familienmensch mit klaren Prinzipien bringt er seine persönlichen Erfahrungen und Werte aktiv in sein Engagement im Verein ein.
Patrick, du bist im Vorstand und zugleich als Jugendtrainer aktiv – wie kam es zu deinem Engagement?
Patrick: Mein Engagement im Verein entstand zunächst durch meinen Sohn, der schon früh eine große Begeisterung für Fußball entwickelte und gerne in einer Mannschaft spielen wollte. Über meine Frau, die den ersten Kontakt zum Verein herstellte und dort bereits vernetzt war, kamen wir schließlich zum Verein und ich lernte auch Wolfgang kennen. Durch meine regelmäßige Begleitung meines Sohnes zu Trainingseinheiten und Spielen wurde ich nach und nach stärker eingebunden. Zunächst unterstützte ich gelegentlich bei Trainingseinheiten, bis ich schließlich selbst Aufgaben als Trainer übernahm. Auch nachdem mein Sohn den Verein später verlassen hatte, entschied ich mich bewusst, weiterhin als Jugendtrainer aktiv zu bleiben – allerdings dann wieder in der F-Jugend, wo meine beiden anderen Söhne spielen.
Der Schritt in die Vorstandsarbeit entwickelte sich ebenfalls aus dem engen Austausch mit Wolfgang. Durch Gespräche am Spielfeldrand und meine eingebrachten Ideen wurde ich schließlich zu einer Vorstandssitzung eingeladen und später für eine Position vorgeschlagen. Mein Antrieb dabei war vor allem, den Verein organisatorisch weiterzuentwickeln, Abläufe zu optimieren und langfristig zur positiven Entwicklung der Vereinsstruktur beizutragen.
Was hat dich motiviert, Verantwortung im Verein zu übernehmen?
Patrick: Meine Motivation, Verantwortung im Verein zu übernehmen, liegt vor allem in meiner persönlichen Prägung. Ich bin in einer Gemeinschaft aufgewachsen, in der Zusammenhalt und ehrenamtliches Engagement einen hohen Stellenwert haben. In meiner Heimat Kamerun ist es üblich, dass sich Menschen eigenständig organisieren, um ihre Gemeinschaft voranzubringen, anstatt auf staatliche Unterstützung zu warten. Dabei übernehmen Einzelne Verantwortung in unterschiedlichen Rollen, ähnlich wie in Vereinsstrukturen. Dadurch habe ich früh gelernt, wie wichtig gemeinschaftliches Engagement und freiwillige Arbeit für den Zusammenhalt und die Weiterentwicklung einer Gemeinschaft sind.
Diese Erfahrungen haben mich auch später geprägt. Innerhalb meiner Familie, die über verschiedene Länder verteilt lebt, haben wir ebenfalls vereinsähnliche Strukturen aufgebaut, um den Austausch zu fördern und uns gegenseitig zu unterstützen. Dadurch entwickelte sich bei mir ein starkes Bewusstsein dafür, Verantwortung zu übernehmen und aktiv zum Gemeinwohl beizutragen. Dieses Grundverständnis habe ich schließlich auch auf mein Engagement im Verein übertragen, wo ich die Möglichkeit sehe, meine Erfahrungen einzubringen und die Gemeinschaft aktiv mitzugestalten.
Du trainierst die E-Jugend und F-Jugend – was ist dir in der Jugendarbeit besonders wichtig?
Patrick: In der Jugendarbeit ist mir besonders wichtig, den Kindern ein qualitativ hochwertiges und entwicklungsorientiertes Training zu bieten. Als eher leistungsorientierter Trainer bin ich davon überzeugt, dass Kinder vor allem dann Spaß am Fußball haben, wenn sie merken, dass sie sich verbessern und Fortschritte machen. Deshalb versuche ich, jedes Kind individuell zu fördern und ihm eine sportliche Perspektive aufzuzeigen, auch wenn sich nicht alle im gleichen Tempo entwickeln.
Darüber hinaus liegt mir die kulturelle Vielfalt innerhalb der Mannschaft besonders am Herzen. Da ich selbst einen Migrationshintergrund habe, weiß ich, wie wichtig es ist, sich in einer Gemeinschaft willkommen und akzeptiert zu fühlen. Im Laufe meines Engagements habe ich diese Vielfalt immer mehr zu schätzen gelernt. Für mich ist es eine große Stärke, wenn Kinder mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam als Team wachsen.
Du hast den Verein durch deine verschiedenen Tätigkeiten den Verein kennengelernt. Woran kann der Verein noch arbeiten? Wo hat er noch Potential?
Patrick: Durch meine verschiedenen Tätigkeiten habe ich den Verein sehr umfassend kennengelernt und sehe vor allem im organisatorischen Bereich noch Entwicklungspotenzial. Meiner Meinung nach könnte der Verein stärker an klaren Strukturen und langfristigen Zielsetzungen arbeiten. Viele Aufgaben werden aktuell mit großem Engagement erledigt, allerdings noch oft ohne klar definierte Ziele oder abgestimmte Strategien. Ein strukturierterer Ansatz würde dabei helfen, Herausforderungen gezielter anzugehen und die Vereinsarbeit nachhaltiger zu gestalten.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist für mich die Digitalisierung. Hier liegen große Chancen, Abläufe zu vereinfachen, die Kommunikation zu verbessern und Mitglieder stärker einzubinden. Ebenso sehe ich Potenzial in der Weiterentwicklung von Arbeitsprozessen und der Zusammenarbeit, sowohl intern als auch mit externen Partnern.
Darüber hinaus halte ich die Vereinskultur für einen entscheidenden Faktor. Dazu gehören ein respektvoller Umgang miteinander, Verlässlichkeit sowie das Einhalten von Absprachen. Wenn diese Aspekte weiter gestärkt werden, kann der Verein langfristig noch erfolgreicher und zukunftsfähiger aufgestellt sein.
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