Ein Verein, viele Rollen: Udo und sein Einsatz für den FSV Kürenz

12. Januar 2026
Wer den FSV Kürenz kennt, kennt auch Udo. Seine Wurzeln im Verein reichen weit zurück: Bereits in der C-Jugend hat er beim FSV Kürenz als Torhüter das Fußballspielen gelernt. Ab 1993 bis 1997 und von 2005 bis 2011 war er anschließend auch aktiv als Spieler für den Verein im Einsatz. Parallel dazu engagierte er sich früh als Jugendtrainer und übernahm im Laufe der Jahre immer mehr Verantwortung. Ab 2005 war Udo Teil des Vorstands, unter anderem als Kassierer und Beisitzer. Seit 2019 kümmert er sich zudem mit großer Verlässlichkeit um den Bereich Liegenschaften .Auch als Betreuer unterstützte er den Verein über viele Jahre: Von 2011 bis 2016 stand er zunächst der 2. Mannschaft, später der 1. Mannschaft zur Seite. Viele Aufgaben, ein Mensch – und stets der Anspruch, das Beste für den FSV Kürenz herauszuholen. Sein langjähriger Einsatz und seine Verlässlichkeit machen ihn zu einer festen Größe im Vereinsleben.



Udo, du bist seit Jahrzehnten mit Unterbrechungen im Verein aktiv – erinnerst du dich noch an deine Anfänge als du das erste Mal zum Verein gekommen bist?

Udo: Mit dem Fußball begonnen habe ich 1983 in der C-Jugend des FSV Kürenz, damals als Torhüter. Nach einer längeren Unterbrechung bin ich über einen guten Bekannten wieder zum Verein zurückgekommen. In einem Gespräch an der Theke wurde ich darauf angesprochen, dass die 2. Mannschaft dringend einen Torwart sucht – schließlich hatte ich früher schon im Tor gestanden.
Zunächst war ich eher skeptisch, da ich lange nicht mehr aktiv gespielt hatte. Trotzdem bin ich zum Training gegangen und habe schnell gemerkt, wie viel Spaß mir der Fußball noch immer macht. Am Ende hat sich dieser Schritt gleich doppelt gelohnt: Denn nicht nur die 1. Mannschaft erlebte damals eine erfolgreiche Phase, auch die 2. Mannschaft schaffte den Aufstieg aus der Reserveklasse in die D-Klasse.



Was hat dich so lange Jahre an den FSV Kürenz gebunden?

Udo: Auch wenn ich im Seniorenbereich eine Unterbrechung hatte, bin ich dem FSV Kürenz über all die Jahre verbunden geblieben. Diese “Pause“ war vor allem berufsbedingt: Durch meinen Dienst konnte ich nicht regelmäßig dienstags und donnerstags trainieren. Deshalb bin ich zeitweise zum Polizeisportverein gewechselt, da dort freitags trainiert wurde. Da der FSV Kürenz und der Polizeisportverein immer denselben Platz genutzt haben, blieb der Kontakt zum Verein trotzdem immer bestehen.
Was mich letztlich all die Jahre an den FSV Kürenz gebunden hat, war vor allem die Kameradschaft. Aus vielen Bekanntschaften sind Freundschaften entstanden, die bis heute halten. Es ging dabei nie ausschließlich um den Fußball: Man hat nach den Spielen zusammen gefeiert, sich privat getroffen, in der Stadt oder bei Veranstaltungen im Vereinsheim. Auch in Zeiten, in denen ich nicht aktiv für den Verein auf dem Platz stand, war ich dem FSV Kürenz im grundgenommen immer verbunden.


Gibt es einen Vereinsmoment, an den du dich bis heute noch gerne zurückerinnerst?

Udo: Ein Vereinsmoment, an den ich mich bis heute besonders gerne erinnere, ist der Durchmarsch der 1. Mannschaft von der C- über die B- in die A-Klasse. In der ersten Saison in der A-Klasse konnten wir uns mit einem respektablen 10. Platz behaupten.
In der darauffolgenden Spielzeit kam es jedoch zu einem großen Umbruch: Rund 70 Prozent der Spieler der 1. Mannschaft wechselten aus unterschiedlichen Gründen zu Nachbarvereinen. Dadurch musste die Saison im Wesentlichen mit einem großen Teil der 2. Mannschaft und nur wenigen verbliebenen Spielern der Ersten bestritten werden. Sportlich war das nicht leicht, und am Ende standen wir aufgrund der fehlenden Qualität ohne große Chancen wieder vor dem Abstieg.
Trotzdem war genau diese Zeit für mich besonders prägend. Alle haben an einem Strang gezogen und gesagt: Wir ziehen das jetzt gemeinsam durch. Gerade dadurch ist eine starke Gemeinschaft entstanden, die mir bis heute in Erinnerung geblieben ist.



Wie hat sich der Verein über die Zeit verändert?

Udo: Das Vereinswesen hat sich für mich in den letzten Jahren spürbar verändert. Über einen langen Zeitraum – über zehn Jahre – hatten wir keine eigene Jugendarbeit mehr. Umso dankbarer bin ich Dominik Richter, dem ehemaligen Trainer der 1. Mannschaft, der die Jugendarbeit wieder ins Rollen gebracht und entscheidend vorangetrieben hat.
Heute verfügen wir wieder über durchgängige Jugendmannschaften bis zur C-Jugend, was ich als sehr positive Entwicklung empfinde. Gerade unter den gegebenen Rahmenbedingungen, etwa mit unserem Hartplatz, ist das alles andere als selbstverständlich.


Was treibt dich an, immer noch Teil des Vereinsleben zu sein?

Udo: Mich treibt vor allem ein gewisser Ehrgeiz an – der Wunsch, dass der Verein weiterbesteht und nicht langsam verschwindet. Als eigenständiger Kreisligaverein haben wir es im Stadtgebiet sicherlich nicht leicht, gerade weil es größere Vereine mit besseren Plätzen und Trainingsmöglichkeiten gibt. Diese Voraussetzungen haben wir in dieser Form nicht.
Trotzdem möchte ich nicht, dass wir uns damit abfinden. Der FSV Kürenz blickt auf eine über 105-jährige Geschichte zurück und soll auch in Zukunft bestehen bleiben. Dafür braucht es Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich engagieren. Mir ist bewusst, dass das Ehrenamt immer schwieriger wird, umso mehr hoffe ich, dass sich auch künftig genügend Leute finden, die den Verein mittragen.
Nicht zuletzt habe ich das große Glück, zu Hause eine Frau zu haben, die mich dabei unterstützt – auch das gibt mir den Rückhalt, mich weiterhin für den Verein einzubringen.


Welche Aufgaben hast du über deine gesamte Laufbahn im Verein 
übernommen und welche hat dir am meisten Spaß gemacht? 

Udo: Das hat für mich viel mit dem Älterwerden zu tun. Vor 20 Jahren hätte ich noch gesagt, dass mir die direkte Arbeit mit der Jugend – sei es als Jugendtrainer, Betreuer oder im Torwarttraining – am meisten Spaß macht. Mit den Jahren wird man jedoch etwas ruhiger, und der Fokus verschiebt sich stärker auf die Arbeit im Hintergrund. Heute passt das, was ich für den Verein leiste, gut zu meiner Lebensphase. Diese Aufgaben sind für mich altersgerecht und in Ordnung. Natürlich hätte ich gerne noch mehr Zeit, um mich zusätzlich einzubringen und auch Stephan, mit dem ich viele Jahre zusammengearbeitet habe, stärker zu unterstützen. Aktuell ist das jedoch aus beruflichen Gründen leider nicht möglich.


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