Vom Studentenprojekt zur festen Säule: Julian und der FSV Kürenz

19. Januar 2026
Mit dem Projekt der 3. Mannschaft begann Julians Weg beim FSV Trier-Kürenz – ein Weg, der sich ganz anders entwickelte, als er es ursprünglich erwartet hatte. Als Studentenmannschaft unter der Fahne des Vereins ins Leben gerufen, stellte sich Julian zunächst als Trainer zur Verfügung. Nach einer schweren Verletzung in der Vergangenheit war die Trainertätigkeit für ihn vor allem ein Ausgleich zu seinem Jurastudium und eine Möglichkeit, dem Fußball weiterhin verbunden zu bleiben.
Mit der Auflösung der 3. Mannschaft und der Eingliederung in die 2. Mannschaft änderte sich jedoch vieles. Der Spaß am Fußball kehrte zurück – zunächst in Person als Torhüter, inzwischen wieder als Feldspieler. Seit der vergangenen Saison ist Julian zudem als Trainer der 2. Mannschaft aktiv. Was zunächst als zeitlich begrenztes Engagement gedacht war, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einer festen Verbindung. Heute ist Julian aus dem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken – als Spieler, als Trainer und als verlässliche Stütze des FSV Trier-Kürenz.



Julian, du bist über das Projekt der 3.Mannschaft zum Verein gekommen. Wie kam es dazu?

Julian: Zum Projekt der 3. Mannschaft bin ich über meinen Unifreundeskreis gekommen. Viele von ihnen hatten den Wunsch, wieder Fußball zu spielen, haben sich aber gezögert, alleine bei einem Verein anzufragen. So entstand die Idee, als größere Gruppe gemeinsam auf einen Verein zuzugehen und eine Studentenmannschaft als 3. Mannschaft aufzubauen. Ich selbst hatte zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon mit dem aktiven Fußball abgeschlossen. Nach mehreren Verletzungen war für mich klar, dass ich nicht mehr regelmäßig spielen möchte, weshalb ich mich bereit erklärt habe, die Mannschaft organisatorisch zu betreuen und als Trainer zu koordinieren – ohne den Anspruch, selbst noch einmal auf dem Platz zu stehen.
Beim FSV Trier-Kürenz wurden wir von Anfang an sehr offen aufgenommen, uns wurden Trainingszeiten und Material zur Verfügung gestellt und das Projekt konnte unkompliziert starten. Auch wenn sich die 3. Mannschaft aufgrund mangelnder Verlässlichkeit relativ schnell wieder aufgelöst hat, war für mich persönlich schnell klar, dass ich dem Verein erhalten bleiben möchte. Durch das Mittrainieren bei der zweiten und ersten Mannschaft habe ich gemerkt, wie viel Freude mir der Fußball und das Miteinander im Verein wieder bereiten. Aus diesem erneuten Spaß am Spiel heraus bin ich schließlich selbst wieder als Spieler eingestiegen. Relativ früh wurde mir dann auch ein Trainerposten angeboten. Anfangs war ich skeptisch, doch letztlich habe ich mich aber bewusst dafür entschieden. Die Menschen im Verein, der Zusammenhalt und der Spaß an der gemeinsamen Arbeit haben mich überzeugt – und genau das ist der Grund, warum ich bis heute gerne Teil des FSV Trier-Kürenz bin.



Seit letzter Saison bist du Trainer der 2.Mannschaft. Wie kam es dazu?

Julian: Auch der Schritt zum Trainer der 2. Mannschaft kam eher unerwartet. Es war keine lange geplante Entscheidung, sondern entstand aus dem Vertrauen, das mir der Verein entgegengebracht hat. Offenbar hat man mir zugetraut, auch in jungen Jahren Verantwortung zu übernehmen und verlässlich zu arbeiten. Ich selbst hatte diese Rolle zunächst gar nicht so richtig auf dem Schirm und war unsicher, ob das überhaupt etwas für mich ist. Als mir der Trainerposten angeboten wurde, habe ich ihn deshalb bewusst erst einmal als Versuch angenommen. Der Verein hat mich dabei von Anfang an voll unterstützt, mir bei Fragen geholfen und mir den nötigen Rückhalt gegeben.
Nach ein paar Monaten hat sich meine anfängliche Skepsis komplett gelegt. Heute ist die Trainertätigkeit ein fester Bestandteil meiner Fußballlaufbahn. Ich kann weiterhin selbst trainieren und spielen, habe aber gleichzeitig die Möglichkeit, noch stärker Einfluss auf das Spiel und die Entwicklung der Mannschaft zu nehmen. Genau das reizt mich besonders. Die gemeinsame Arbeit unter der Woche, kleine Fortschritte im Training zu sehen und Erfolge am Wochenende zu erleben, fühlen sich als Trainer noch einmal ganz anders an. Diese Mischung aus Verantwortung, Gestaltungsspielraum und Spaß am Fußball möchte ich nicht mehr missen und so lange wie möglich weiterführen.


Was macht dir am Trainersein Spaß?

Julian: Am Trainersein macht mir vor allem Spaß, Fortschritte und Erfolge zu sehen. Ich investiere viel Zeit darin, mir Gedanken zu machen, wie wir spielen wollen. Wenn eine Idee, die im Kopf entstanden ist, auf dem Platz umgesetzt wird und funktioniert, ist das ein großartiges Gefühl.
Genauso wichtig ist für mich die Wertschätzung, die man von den Spielern und vom Verein zurückbekommt. Zu spüren, dass die Mannschaft den Einsatz sieht und dankbar dafür ist, gibt einem viel zurück. Besonders erfüllt mich aber das Gefühl, Menschen wirklich weiterhelfen zu können. Ich sehe bei vielen Spielern, dass es oft nur ein kleiner Schritt ist, der fehlt – fußballerisch, mental oder auch menschlich. Diesen nächsten Schritt gemeinsam zu gehen und zu erleben, wie jemand besser wird und selbst Freude an dieser Entwicklung hat, ist für mich das Schönste am Trainersein.



Was bedeutet dir der FSV Kürenz persönlich?

Julian: Der FSV Kürenz bedeutet mir persönlich vor allem Zusammenhalt und Freundschaft. Ursprünglich habe ich während meines Studiums mit dem Fußball angefangen, um einen sportlichen Ausgleich zu haben. Das hätte ich theoretisch überall finden können. Beim FSV Kürenz ist daraus jedoch deutlich mehr geworden.
Was diesen Verein für mich besonders macht, ist der außergewöhnliche Zusammenhalt und der Austausch untereinander – auch abseits des Platzes. Die Zeit neben dem Fußball ist oft genauso wichtig wie die auf dem Platz. Inzwischen kommt man sogar dann zum Training, wenn man selbst nicht mittrainieren kann, einfach um dabei zu sein und die Atmosphäre zu genießen. Das kannte ich so von früheren Stationen nicht. Genau dieses Gemeinschaftsgefühl macht den FSV Kürenz für mich zu etwas Besonderem und gibt mir das Gefühl, wirklich angekommen zu sein.


Welche Ziele hast du beim FSV Kürenz?

Julian: Sportlich habe ich zunächst das Ziel, mich selbst weiterzuentwickeln. Nach einer längeren Pause habe ich gemerkt, wie schnell man durch regelmäßiges Training wieder reinkommt, und möchte diesen Weg gerne weitergehen – perspektivisch auch als Feldspieler in der 1. Mannschaft.
Im Vereinskontext wünsche ich mir, dass die 2. Mannschaft in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnt und sich sportlich stabilisiert, vielleicht sogar mit dem langfristigen Ziel, den Schritt aus der Reserveklasse in die C-Klasse zu schaffen. Das ist kein kurzfristiges Vorhaben, sondern ein Prozess, der Zeit braucht und auch von meiner beruflichen Zukunft abhängt.
Sollte ich langfristig in Trier bleiben, kann ich mir außerdem gut vorstellen, mich später auch in der Jugendarbeit einzubringen. Die Erinnerungen an meine eigenen Jugendtrainer sind sehr prägend, und ich weiß heute, wie viel Engagement dahintersteckt. Diese Erfahrung und Begeisterung würde ich irgendwann gerne an die nächste Generation weitergeben.


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